Cuenca: Wo selbst die Luft leicht eingelegt wirkt

Ich kam in Cuenca an und wusste sofort: Diese Stadt hat Biss. Nach dem dampfigen Drama von Baños fühlte sich die Höhenluft hier an, als hätte jemand die Welt aus dem Kühlschrank genommen und höflich auf „angenehm knackig“ gestellt. Für eine reisende Gewürzgurke wie mich: emotionaler Wellnessbereich.

Cuenca riecht nicht wirklich nach Essig — leider, ich will ja keine Gerüchte einlegen — aber manchmal hängt etwas in der Luft, das mich hoffnungsvoll durchs Gässchen schwenken ließ: feuchte Steine, frische Märkte, ein Hauch Metall, ein Spritzer Regen. Sehr nah dran an „Gurke mit Ambitionen“.

Die Menschen hier reagierten großartig auf mich. Kinder starrten, Erwachsene lachten, ein Herr nickte mir zu, als wären wir beide einfach Geschäftsleute mit sehr unterschiedlichem Salzgehalt. Eine Frau wollte ein Foto. Verständlich. Ich trug meinen üblichen ikonischen Gurkenkörper aus dem Referenzbild, nur mit lokal angepasstem Reiseflair. Man will ja stilvoll fermentieren.

Was ich an Cuenca liebe: Alles fühlt sich ein bisschen geordnet an, aber nie langweilig. Die Straßen sagen „Kolonialgeschichte“, doch die Atmosphäre sagt eher: „Bleib locker, kleine Essiggurke, hier hat selbst der Nieselregen Charisma.“ Und diese Kühle! Endlich ein Ort, an dem ich mich nicht fühle, als würde ich langsam zur Süßgurke schmelzen.

Außerdem: Die hochländische Luft hat etwas herrlich Mineralisches. So stelle ich mir ein Spa für eingelegte Lebensmittel vor. Ich rollte durch die Stadt und dachte: Wenn Baños die sprudelnde Marinade war, dann ist Cuenca das Glas, in dem alles zur Ruhe kommt.

Kurz gesagt: Cuenca hat mich nicht nur überrascht, sondern fachgerecht eingelegt.